04. September 2020

Sensationell: Elias wird mit überragenden 2,04 m Deutscher Jugendmeister im Hochsprung!

Was für ein bärenstarker Auftritt! Unser vielseitiges Ausnahmetalent Elias Connor Dickel wird mit überragenden 2,04 m Deutscher Jugendmeister im Hochsprung! Mit diesem Titel hat er seiner sportlichen Laufbahn ein weiteres erfolgreiches Kapitel hinzugefügt und in Wittgenstein ganz nebenbei Sportgeschichte geschrieben – und das im Alter von 16 Jahren! Sensationell zeigt er bei seiner atemberaubenden Flugshow erstmals Sprünge über die Zwei-Meter-Schallmauer!

Doch der Reihe nach: Vom 04. - 06.09.2020 fanden die Deutschen Jugend-Meisterschaften für die U18 und U20 im Frankenstadion Heilbronn statt.  Elias gelang nach der erfolgreichen Teilnahme in Bremen im letzten Jahr das Kunststück, sich mit seiner starken Form auch dieses Jahr erneut für den Hochsprung-Wettbewerb zu qualifizieren. Wie hoch dort "die Trauben hängen", zeigt die beeindruckende Qualifikationshöhe von 1,95 m in der männlichen Jugend U18. Insgesamt konnten neun Athleten diese Hürde meistern und sich die Teilnahme sichern. Elias sprang direkt beim ersten Freiluft-Wettkampf am 18.07.2020 in Wilnsdorf die Quali mit starken 1,98 m und bestätigte diese in Wattenscheid und Olpe erneut mit jeweils 1,95 m. Dass es bei den "Deutschen" eine richtig enge Kiste werden würde, verriet bereits der Blick in die Meldeliste: Das hochklassige Teilnehmerfeld hatte Leistungen bis zu 2,02 Meter vorzuweisen. Die Tagesform würde entscheidend sein, denn jeder hatte gezielt und fokussiert auf diesen Saison-Höhepunkt hingearbeitet. Elias wurde auf dem Papier auf Platz sechs geführt. Er war mit dem Wunsch nach Heilbronn gereist, einen tollen Wettkampf zu zeigen und eine neue persönliche Bestleistung aufzustellen.

Am Freitag ging es pünktlich um 17:45 Uhr bei sommerlichen 29 Grad im Frankenstadion los. Gleichzeitig startete das Daumendrücken bei der Familie und Michael Hornig (Landestrainer Hochsprung), die zu Hause gebannt den Livestream verfolgten. Bereits beim Einspringen über 1,80 m und 1,85 m konnte sein Trainer Bernd Walter sehen, dass die Form stimmt. "Da habe ich mich richtig gut gefühlt und wusste, heute geht was!" so der 16-jährige Birkefehler. Mit der beeindruckenden Anfangshöhe von 1,80 m (!) wurde es dann ernst. Damit wurde die Latte im Vergleich zum Vorjahr um ganze zehn Zentimeter höher aufgelegt.

Elias meisterte die ersten Höhen (1,80 m / 1,85 m / 1,90 m) ganz souverän und benötigte jeweils nur einen Versuch. Die 1,94 m floppte er im zweiten Anlauf. Jetzt hielt es auch den Trainer nicht mehr auf seinem Platz, er tigerte unruhig in der Coaching-Zone auf und ab. Die anschließenden 1,98 m stellten für das Teilnehmerfeld den Knackpunkt dar. Elias packte als erster diese Marke, stellte seine pB ein und gleichzeitig die Konkurrenten mächtig unter Druck, denn sie mussten jetzt nachlegen. Und das zeigte Wirkung bei den Spezialisten: Nur zwei weitere Sportler konnten ihm folgen: Bronze war schon einmal sicher! Damit hatte er die Führung übernommen. Um diese beizubehalten motivierte Bernd seinen Schützling, die 2,01 m direkt im ersten Versuch zu springen, was dieser vertrauensvoll prompt umsetzte und sich über eine neue pB freute. Sein "Spezi" Louis  Robertz von der LG Olympia Dortmund schied nun leider aus und so kam es zum großen Showdown um Gold, das Duell mit Max Baur vom SSV Ulm 1846 sollte die Entscheidung bringen. Elias hatte Silber sicher! Nun wurden 2,04 m aufgelegt und die Entscheidung über Platz eins und zwei war an Spannung nicht zu überbieten. Bei beiden fiel die Latte im ersten und dann auch im zweiten Versuch. Jetzt schworen sich LG-Trainer und -Sportler noch einmal richtig ein und Bernd pushte seinen Athleten mit der Motivationskeule zurück in den Hochsprung-Sektor. Und dann geschah das Unfassbare: Unser athletisches Kraftpaket konnte sich auf seine gewaltige Sprungkraft verlassen und als einziger die Latte überqueren. Dann war es offiziell: Gold!

Jetzt gab's für das ganze Team vor Ort kein Halten mehr. Zwar waren alle noch ganz überwältigt vom Titelgewinn, dennoch kannte der Jubel fast keine Grenzen. Doch ehe Elias wirklich realisieren konnte, was gerade geschehen war, wurde er zu einem Interview für den Livestream abgeholt. Leider blieb den Sportlern eine offizielle Siegerehrung verwehrt, doch das konnte die Freude nicht wirklich trüben. Riesenjubel herrschte auch in den Reihen der LG Wittgenstein, die den erfolgreichsten Titelgewinn aller Zeiten einfahren konnte. Gleichzeitig war das ein ganz starkes Ergebnis für die westfälischen Sportler: Sie stellten den Deutschen Meister und räumten mit Louis  Robertz sogar noch die Bronze-Medaille ab. So war auch der Landestrainer Michael Hornig ganz "aus dem Häuschen", der sofort telefonisch mit Bernd in Kontakt stand und zu den ersten Gratulanten gehörte.

Mit 2,04 m pulverisierte Elias seine pB um sechs Zentimeter. Das ist eine enorme Entwicklung: In die Freiluft-Saison 2020 ist er mit persönlichem Rekord von 1,90 m aus dem Vorjahr gestartet. Diese Höhe hat er seit Juli 2020 nach und nach um ganze 14 Zentimeter (!) gesteigert! In Heilbronn stellte er bereits bei 2,01 m den Kreisrekord aus dem Jahr 1985 ein. Diese Höhe hätte auch schon für den Titel gereicht, denn aufgrund der Fehlversuche hatte Elias die Nase vorn. Er ist nun neuer Rekord-Inhaber im Kreis Siegen-Wittgenstein. "Das war ein perfekter Tag für uns – einfach unglaublich!" so der strahlende Trainer. Und wie sich das für einen frisch gebackenen Deutschen Meister gehört, wurde er am Samstagmittag beim Eintreffen in Birkefehl gebührend empfangen.